Yogahaus Dresden | Blog

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Geduld ist, so habe ich gelesen, eine Tugend. (Was ist eigentlich eine Tugend?) Geduldige Menschen sind gelassen, sie ruhen in sich. Es gibt verschiedene Formen von Geduld. Zum einen das Erdulden von bestimmten Situationen, zum anderen das geduldige Abwarten nach einer Aktivität. 
Manche Menschen halten sich selbst für geduldig, sind aber eigentlich nur faul. Geduld heißt nicht, die Dinge einfach laufen zu lassen. Zunächst steht die Fragen: Was kann ich tun? Was steht in meiner Macht? Erst wenn ich alle meine Talente und Fähigkeiten eingesetzt habe, kann ich mich zurücknehmen und sagen: Jetzt entwickele dich von allein, ich übe mich in Geduld. Weitere Aktivität über die eigenen Fähigkeiten hinaus kann eher kontraproduktiv sein.
Ich muss in bestimmten Lebenssituationen geduldig abwarten. Wenn ich beispielsweise krank bin, kann ich verärgert auf meinen Körper reagieren, bis hin zur Wut auf mich selbst. Der Körper wird darauf wie ein verstocktes Kind reagieren. Wenn Du Deinen Körper beschimpfst, wird er keine Lust haben, schnell zu genesen. Wenn Du ihm aber sagst, dass Du die Krankheit nicht so toll findest, ihn aber trotzdem lieb hast und ihn, soweit es Dir möglich ist, bei der Genesung geduldig unterstützt, wirst Du schneller gesund werden.
Geduldig sein mit anderen Menschen – wer Kinder hat weiß, wovon die Rede ist. Ungeduld mit Kindern, so wie überhaupt mit anderen Menschen, fällt auf einen zurück. Die Früchte der Geduld Kindern gegenüber, genauso wie die der Ungeduld, erfahren Eltern spätestens, wenn die Kinder halbwüchsig oder erwachsen sind. Andere Menschen haben ein anderes Lebenstempo. Geduld heißt in dem Fall, sich auf das andere Lebenstempo einzustellen.
Geduld gegenüber der toten Materie. Wenn ich an der Haltestelle stehe und die Straßenbahn ist schon 3 Minuten überfällig, kann ich die Bahn verfluchen, ich kann mich in eine innere Wut hineinsteigern. Aber gegen wen richten sich diese Wut und der Ärger? Die Straßenbahn bleibt davon gänzlich unbeeindruckt. Ich schade mir nur selbst auf allen Ebenen. Geduldiges, gleichmütiges Warten hält mich in der Ruhe.
Ungeduldigen Menschen empfehle ich im Yoga die sitzende Vorwärtsbeuge. Sie steht in dem Ruf, die Fähigkeit zur Geduld zu fördern.

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