Yogahaus Dresden | Blog

06

Ich akzeptiere mich mit all meinen Sonnenseiten, aber ebenso mit all meinen Schattenseiten. Da mag mancher sagen: Sonnenseiten ja, aber Schattenseiten? Wie soll das gehen, wenn ich immer wieder so aufbrausend bin oder so träge, oder wenn ich nie an der Schublade mit den Süßigkeiten vorbeikomme, ohne hinein zu langen?

Was passiert, wenn mich meine vermeintlichen Schwächen unzufrieden und ärgerlich machen? Ich gebe diesen Schwächen Macht über mich, ich mache sie damit noch stärker. Ärger nach innen wirkt genauso wie Ärger nach außen. Wenn ich mich über eine Sache im Außen ärgere, wird das an der Sache nichts ändern. Ich selbst vermiese mir aber das Leben mit diesem Ärger. Und solange ich mich über diese Sache ärgere, beherrscht sie mich. Genauso wirkt der Ärger über ein unliebsames Verhaltensmuster, von dem ich mich immer wieder überwältigen lasse.

Aber wie werde ich dann dieses Verhaltensmuster los? Davor steht die Frage: Will ich es wirklich loswerden? Jedes Verhaltensmuster hatte irgendwann mal seinen Sinn und war mir von Nutzen. Vielleicht habe ich mich früher dann und wann mit einer Praline belohnt, und das war gut so. Möglicherweise sagt mir jetzt meine Personenwaage, ich sollte mir besser ein anderes Belohnungssystem aussuchen.

Allein diese Erkenntnis setzt ein Mindestmaß an Bewusstheit voraus. Wenn ich etwas ändern möchte, muss ich mir den Wunsch oder die Notwendigkeit der Veränderung bewusst machen. Unbewusste Menschen verharren im Ärger, suchen vielleicht noch die Schuld für ihren Ärger in den Umständen oder bei anderen Menschen und geben damit den Umständen oder anderen Menschen wieder Macht über sich (s.o.). 
Ohne dass ich mir eine Schwäche bewusst gemacht und akzeptiert habe, ist keine Veränderung möglich. Also: Ich akzeptiere mich, so wie ich bin, mit all meinen Sonnenseiten, aber auch mit all meinen Schattenseiten.

Und davon abgesehen: Wer mag schon anscheinend makellose Menschen oder Menschen, die sich für perfekt halten? Werden Menschen nicht gerade durch ihre kleinen Fehler interessant? Karl Marx hat festgestellt, dass Widersprüche die Triebkräfte der Entwicklung sind. Also bringen mich gerade meine Widersprüche voran, vorausgesetzt, ich mache sie mir bewusst und entscheide genauso bewusst, ob ich mit ihnen leben oder eine Veränderung möchte.


Bewertung

Kommentare

Bisher keine Kommentare, poste den ersten!

Kommentar posten

Name (Pflicht)

Email (Pflicht)

CAPTCHA-Bild
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:

 

neuste Beiträge

Die Schönheit der Seele by Ravidas

Erkenntnis, Wachstum und Liebe fließen jeder Seele zu und wird von jeder Seele verströmt, vorausgesetzt, man lässt es zu

Einssein by Ravidas
Das Einssein mit sich selbst ist Voraussetzung dafür, das Einssein mit der gesamten Schöpfung zu empfinden.
Im Spannungsfeld zwischen Angst und Liebe by Ravidas
Glücklich werden kann man nur über den Weg der Liebe.
Gnade by Ravidas

Etwas als Gnade anzuerkennen und dafür dankbar zu sein macht glücklich. Das Gefühl, beschenkt worden zu sein und dass niemand dafür eine Gegenleistung erwartet, erfüllt das Herz mit einem warmen Gefühl.

Zufriedenheit by Ravidas
Zufriedenheit gibt es ausschließlich im Hier und im Jetzt. Die Magie des Augenblicks wird zerstört, sobald ich meinem Geist erlaube, auf Reisen zu gehen.

Wohlstand und Wohlbefinden by Ravidas
Wohlbefinden geht einher mit innerer Zufriedenheit und Gelassenheit
Sei dankbar für jede Enttäuschung by Ravidas

Jede Enttäuschung bringt ein Stück mehr Klarheit.

Probleme und Widerstände willkommen heißen by Ravidas
Probleme und Widerstände verlieren ihren Schrecken, wenn man sie als Freunde und als Möglichkeit, zu wachsen, annimmt. 
Der facebook-Algorithmus im Kopf by Ravidas

Es ist allein meine Entscheidung, wie ich die Welt wahrnehme.

Selbstakzeptanz by Ravidas

Meine Schwächen können die Triebkraft meiner Entwicklung sein, vorausgesetzt, ich akzeptiere sie.